Ärztliche Schweigepflicht und Datenschutz im ärztlichen Bereich

Ärztliche Schweigepflicht und Datenschutz im ärztlichen Bereich

Notärzte oder sonstige Ärzte gewinnen - teilweise gegen ihren Willen – durch ihre Tätigkeit zahlreiche Informationen. Diese Informationen wecken Begehren bei anderen, die selbst nicht so leicht an diese Informationen gelangen können, wie z. B. Strafverfolgungsbehörden, Versicherungen, Presse usw. Auch kommt der Arzt/Notarzt möglicherweise in der Situation in Bedrängnis, seine Erkenntnisse an die Polizei weitgeben zu wollen – vor allem in Missbrauchsfällen. In solchen Fällen muss der Arzt/Notarzt – um sich nicht strafbar nach § 203 StGB zu machen – abwägen, zwischen dem Schutz eines höherrangigen Rechtsgutes, wie z.B. schwere Gefahr für Leib und Leben anderer Personen auf der einen Seite und der generellen Schweigepflicht auf der anderen Seite.

Konfliktreich sind die Fälle von Kindesmissbrauch sowie drohendem Suizid.

Hinzuweisen ist darauf, dass eine Pflicht, Informationen weiterzugeben, nur in äußerst seltenen Fällen besteht, insbesondere dann, wenn der Arzt/Notarzt eine so genannte Garantenpflicht hat.

Es fällt sicher nicht immer leicht, zwischen der Schweigepflicht und deren erforderlichen Bruch zu unterscheiden. Für einen möglichen Prozess entscheidend ist aber stets eine nachvollziehbare Abwägung und sorgfältige Dokumentation der Entscheidungen.

Featured Posts
Beiträge demnächst verfügbar
Bleiben Sie dran...
Recent Posts
Archive
Search By Tags
Follow Us
  • Facebook Basic Square
  • Twitter Basic Square
  • Google+ Social Icon
  • Black Facebook Icon
  • Black Twitter Icon
  • Black LinkedIn Icon

© 2016 by Kompetenz-Zentrum für Heilberufe, Stand Mai 20018