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Patientenaufklärung, wenn diese kein Deutsch sprechen

September 19, 2018

 

Patientenaufklärung, wenn diese kein Deutsch sprechen

Ein Patient kann nur wirksam in die Behandlung einwilligen, wenn er ordnungsgemäß aufgeklärt worden ist. Die Aufklärung muss für den Patienten verständlich sein. Wenn fehlende Sprachkenntnisse beim Patienten oder auf Seiten des aufklärenden Arztes bestehen, wäre die ärztliche Behandlung ohne Einwilligung erfolgt und damit rechtswidrig und Ersatzansprüche könnten die Folge sein.

Auch wenn der sprachunkundige Patient einen Freund, Verwandten oder Partner mitbringt, der deutsch spricht, und übersetzt, ist noch keine Rechtssicherheit gegeben, da Sie nicht wissen können, was der „Dolmetscher“ übersetzt hat.

Nach der Rechtsprechung des Oberlandesgerichtes Karlsruhe vom 02.12.2015 5 U 184/14 muss der Arzt:

  1. Die Fähigkeit des „Dolmetschers“ einschätzen.

  2. Bewerten, ob die Aufklärung den Patienten in vollem Umfang erreicht – bei längerer Aufklärung sollte z. B. auch die Übersetzung entsprechend lang sein.

  3. Rückfragen stellen, um sich selbst zu vergewissern, ob der Patient die Aufklärung verstanden hat.

  4. Im Zweifel Dolmetscher hinzuziehen und dessen ausreichende Sprach­kenntnisse erkennen.

Die Kosten für den Dolmetscher, der im Zweifel immer eingeschaltet werden sollte, hat der Patient zu tragen.

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